Spanien ist für uns ein ganz besonderes Land – wir waren schon sehr oft gemeinsam dort und Sabine hat die meisten Urlaube ihrer Kindheit im Haus ihrer Tante in Spanien verbracht. Sonne und Meer, sympathische Menschen, leckeres Essen – das ist genau das Richtige für uns. Und so kommt es, das wir üblicherweise mindestens einmal im Jahr dieses schöne Land besuchen. Meistens geht es dabei an unseren Herzens- und Ruhe-Ort, die Isla Canela, ganz im Westen der Costa de la Luz (einen älteren Blogpost dazu findest Du hier, wir buchen aber mitlerweile keine Pauschalreisen mehr, sondern reisen auch dorthin selbstorganisiert und wohnen in AirBnB-Appartments¹). Diesmal wollten wir gerne etwas neues entdecken und haben uns entschieden, den Ort zu bereisen, an dem Mittelmeer und Atlantik sich treffen: Die schöne Stadt Tarifa, die südlichste Stadt des europäischen Festlands, direkt an der Straße von Gibraltar.

Ein Zuhause in der Ferne – unser Häuschen in Tarifa

Mit dem Flugzeug ging’s erstmal von Frankfurt nach Malaga, dort in den Mietwagen und ab Richtung Tarifa. Schon die Fahrt dorthin war toll, denn die Andalusische Landschaft ist einfach wunderschön. Hier beeindruckende Berge, dort das strahlendblaue Meer, es sieht aus wie gemalt. In Tarifa wurden wir von unseren Vermietern Nina und Oli herzlich begrüßt und staunten nicht schlecht über unsere Wohnung – die eher ein kleines Häuschen war. Von der riesigen Terrasse und von allen Zimmern des Hauses hatten wir einen unglaublich schönen Ausblick aufs Meer, jeden Abend konnten wir den Sonnenuntergang bewundern, und jeden Morgen (bei Sonne) auf der Terasse frühstücken, die Küche war groß genug und voll ausgestattet, das Sofa bequem und die ganze Wohnung total schön eingerichtet. Nach dem Frühstück lümmelten wir im Sonnenschein auf der Terrasse herum und genossen das perfekte W-Lan (das hat man nicht oft im Urlaub…). Und auch die Lage war perfekt: Zum Strand waren es keine drei Minuten, zum Supermarkt auch nicht viel mehr und in der Altstadt waren wir in einer viertel Stunde zu Fuß. Gute Entscheidung!

Für uns ist es die beste Art Urlaub zu machen, eine eigene Wohnung zu haben: Wir können selbst kochen, uns ausbreiten und sind an keine Essenszeiten gebunden. Wir lieben AirBnB mitlerweile total und legen Dir die Wohnung von Nina und Oli ganz besonders ans Herz. Wenn Du Dich über diesen Link bei AirBnB anmeldest¹, erhälst Du ein Reiseguthaben von AirBnB (und weil AirBnB auch uns Reiseguthaben gutschreibt, unterstützt Du uns damit sogar ebenfalls).
Die Wohnung von Nina und Oli kannst Du Dir hier anschauen.

Einkaufen in Tarifa

Unser erster Weg im Urlaub führt uns so gut wie immer zum Einkaufen. Wir lieben es, im Urlaub einzukaufen wie Einheimische, zu erleben welche anderen Produkte es gibt, wie das Preisniveau ist, wie die Supermärkte aufgebaut sind.

In Tarifa haben wir in zwei Supermärkten eingekauft: Bei Mercadona und bei SuperSol. Beides sind Ketten die wir schon von unseren Urlauben auf der Isla Canela kennen. Das Angebot ist recht ähnlich, wobei es bei Mercadona meine Lieblings-Mandelmilch gibt, bei SuperSol aber auch ungesüßten Soja-Joghurt. Wir waren also mal hier, mal da.

In allen etwas größeren spanischen Supermärkten in denen wir bisher waren gibt es Pflanzenmilch, meist in verschiedenen Ausführungen (Soja und Mandel sind am häufigsten) und Soja-Joghurt (gesüßt immer, ungesüßt etwas seltener). Darüber hinaus freuen wir uns in Spanien immer über die tolle Obst- und Gemüse-Auswahl. Erdbeeren von „um die Ecke“ im April sind schon was Feines – wir haben im Urlaub Beeren gegessen als gäbe es kein Morgen 😉

Zusatztipp: In Tarifa gibt es auch noch das EcoCenter, in das ein kleiner Bioladen integriert ist, der allerdings gerade geschlossen war, als wir auf einen Kaffee dort waren.

Unterwegs in Tarifa und an der Costa de la Luz

Tarifa selbst hat uns total gut gefallen. Der Strand ist der wahnsinnig breit, wahnsinnig lang und super schön. Nach links blickt man nach Marokko, rechts gibt’s die Düne von Punta Paloma zu sehen und gerade aus einfach den herrlichen Atlantik. Wir waren oft und viel am Strand spazieren und haben voll Staunen den dutzenden Kite-Surfern dabei zugesehen wie sie vom Wind in atemberaubender Geschwindigkeit übers Wasser und sekundenlang durch die Luft gezogen werden. Tarifa ist ein Surf-Hotspot, sehr viele kommen genau deshalb hierher. So begeistert wir davon waren, zum Schwimmen war dieser Strand nichts für uns. Irgendwie zu unruhig und wir hätten auch irgendwie Sorge gehabt, den Kitern im Weg zu sein.

Den perfekten Schwimm-Strand haben wir entdeckt, als wir mit dem Auto Richtung Norden an der Costa de la Luz unterwegs waren und auch dem Örtchen Conil einen Besuch abgestattet haben. Letzterer ist auch ein potentieller Urlaubs-Ort für uns – auch weil hier sehr viele Sprachschulen ihr Zuhause haben. Conil ist hübsch, hat einen großartigen Strand, wirkte bei unserem Besuch aber eher gediegen und hatte eine eher hohe Pauschal-Touristen-Dichte. Den Badestrand überhaupt haben wir aber nicht in Conil gefunden, sondern im kleinen Örtchen Bolonia, knappe 20km nördlich von Tarifa und etwas abgelegen. Der Strand gehört zu den schönsten die wir je gesehen haben, das Wasser ist türkisblau, einfach wunderschön und ganz hervorragend zum Schwimmen geeignet. Wenn ihr in der Nähe seid, schaut hier unbedingt vorbei! Wir konnten trotz eisiger 16 º Wassertemperatur dem Meer nicht widerstehen und mussten einfach an diesem Traumstrand baden gehen 😉

Dass Tarifa ein Surf-Hotspot ist, sorgt dafür, dass hier ein eher junges, hippes Publikum unterwegs ist. Den deutschen Urlauber mit Tennissocken in Sandalen und andere Pauschal-Klisches trifft man hier eher nicht, die Geschäfte versprühen eine leichte Öko/Yoga/Surfer/Hippie-Atmosphäre, in den meisten riecht es nach Räucherstäbchen. Wir mochten es sehr. Die Altstadt von Tarifa ist definitiv einen langen Spaziergang wert. Das Labyrinth aus engen und wunderschönen Sträßchen, vielen Cafés und tollen – teilweise zugänglichen – Patios hat uns einige Stunden an mehreren Tagen gefesselt. Am südöstlichen Rand der Altstadt haben wir auf dem Mirador de Miramar einen tollen Blick über das Mittelmeer genossen, ein paar Meter weiter hatten wir Spaß mit einem lustigen Brunnen der von wasserspeienden Riesen-Fröschen umkreist ist und weiter, wieder um die Ecke wieder ein entzückender Platz mit Café, ein hübsches Gebäude, ein kleines Straßenkonzert, ein Patio… sehr schön ist’s hier!

Und dann – wenn ihr die Altstadt Richtung Hafen verlasst aber weiter zum Strand geht – ist da dieser Punkt, an dem man auf dem Weg zur Isla de Las Palomas steht und an dem man zur Linken das Mittelmeer sieht und zur Rechten den Atlantik. Hier zu sitzen oder zu stehen, Afrika im Blick, das gesamte Europäische Festland nördlich, zwei traumhafte Meere, das ist wirklich erhebend!

Ein besonderes Erlebnis: Whale Watching auf der Straße von Gibraltar

Und wenn wir von erhebenden Erlebnissen sprechen, möchte ich zu meinem absoluten Highlight der Tarifa-Reise überleiten. Unsere Vermieter Nina und Oli arbeiten beide für die Stiftung Firmm („Foundation for information and research on marine mammals“). Firmm erforscht seit 1999 die Meeressäuger in der Straße von Gibraltar, tritt für ihren Schutz ein und arbeitet daran Regulationen für respektvolles Whale Watching in Spanien und Europa durchzusetzen. Für ein respektvolles Whale-Watching ist neben dem Informations-Aspekt unter anderem essentiell:

  • Ein angemessener Abstand zu den Tieren wird eingehalten.
  • Die Bewegungsfreiheit der Tiere wird nicht eingeschränkt, die Schwimmbahn nicht gestört, der Weg nicht abgeschnitten, die Gruppe nicht durchfahren oder auseinandergejagt.
  • Sobald sich Tiere dem Boot nähern, muss der Leerlauf eingelegt werden.
  • Während der Beobachtung fährt das Boot parallel, ohne starke Veränderungen in Geschwindigkeit und Richtung.

Durch die Arbeit von Firmm konnte außerdem eine zusätzliche Schnellfähre zwischen Tarifa und dem Hafen Tanger Med. verhindert werden, die die in der Meerenge lebenden Wale und Delfine gefährdet hätte. Über die Forschung und den Einsatz zum Schutz von Meeressäugern hinaus informiert die Stiftung über Wale und Delfine und ermöglicht es nicht nur, bei den Beobachtungsfahrten zum Whale Watching „einfach mal“ dabei zu sein, sondern bietet auch einwöchige Beobachtungskurse an.

Wir hatten schon im Vorfeld von Firmm gelesen und waren ganz begeistert, als Nina und Oli uns zu einer Ausfahrt mit dem Beobachtungs-Boot einluden. Wir haben natürlich zugesagt! Zwei Tage später saßen wir bei strahlendem Sonnenschein im Hafen von Tarifa und hörten uns erstmal einen sehr interessanten Vortrag über Meeressäuger an. Wusstet ihr, dass viele Wale und Delfine immer nur mit einer Hälfte ihres Gehirns schlafen? Dass es an der Meerenge von Gibraltar ab dem Spätsommer auch Orcas gibt, die den Blauflossentunfisch zum Fressen gern haben – aber diesen hier (im Gegensatz zum Menschen) erst jagen, nachdem er im Mittelmeer seine Eier ablegen konnte? Und dass die (in so vielen Bereichen unsäglich elende) Plastik-Verschmutzung der Meere auch für Wale schlimme Konsequenzen hat, weil sie das Mikroplastik mit aufnehmen, sich ihr Magen voll anfühlt und sie deshalb verhungern? Wir haben noch vieles mehr erfahren – auch dass ein paar Tage zuvor Grindwal-Babys gesichtet wurden – und fuhren eine gute halbe Stunde später mit dem Boot raus aufs Meer.

Und was soll ich sagen – es war einfach toll. Als wir die ersten Grindwale sahen, kullerten mir ein, zwei Tränchen der Rührung über die Wangen. Ich hatte so Sorge, dass es uns geht wie bei den Nordlichtern in Island – und auch die Wale sich einfach nicht zeigen wollen (was wegen der guten Kenntnisse der Firmm-Manschaft so gut wie nie vorkommt). Bei den etwa zwei Stunden auf dem Meer sahen wir große und kleine Gruppen Grindwale und große Tümmler, die sich teilweise sehr neugierig sehr nah am Boot aufgehalten haben. Es ist schon ein besonderes Erlebnis, diese wunderbaren Tiere so nah zu erleben, dass man sie atmen hören kann. Sogar ein Grindwal-Baby konnten wir entdecken. Die Ausfahrt war ein wirklich wunderbares Erlebnis.

Was wir gegessen haben

Veganes Essen in der Ferienwohnung

An den meisten Tagen haben wir zu Hause gegessen und haben uns für unterwegs etwas mitgenommen.

Zum Frühstück gab es Müsli mit Mandelmilch und herrlichen, frischen Beeren. Mittags und Abends haben wir einfache Obst- und Gemüse-Küche genossen: Nudeln mit Tomatensoße, Tomatensalat mit Weißbrot und Hummus, Salat, Bratkartoffeln, CousCous, Pfannebrot, Tomatensuppe, gefüllte Pfannkuchen, Joghurt mit Obst, Bananen mit Erdnuss-Mus (den wir von zu Hause mitgebracht haben) und andere leckere Sachen.

Vegane Restaurants in Tarifa

In Tarifa gibt es mindestens zwei Restaurants, in denen ihr standard-mäßig vegane Speisen auf der Karte findet. Im oben schon erwähnten EcoCenter gibt es auch veganes Essen und manchmal veganen Kuchen – wir hatten leider Pech und der Kuchen war gerade aus. Zweimal waren wir jedoch im süßen Chilimosa, einem kleinen Restaurant in der Altstadt in dem wir die besten Falafel und sehr gutes Kebap mit Erdnuss-Soße von sehr netten Leuten serviert bekommen haben. Das Chilimosa empfehlen wir Dir deshalb ganz besonders.

Fazit

Unsere Reise nach Tarifa war großartig. Wir hatten eine tolle Zeit, haben viel erlebt und konnten uns super entspannen. Tarifa ist auch für Veganer ein tolles Reiseziel und hätte bei einem längeren Aufenthalt noch einiges mehr zu bieten gehabt. Wenn ihr nach einem schönen Urlaubsort im Süden sucht, bei dem ihr nicht nur am Strand rumliegen wollt, fasst Tarifa mal ins Auge. Und wenn ihr da seid, schaut mal bei Firmm vorbei 🙂

Unsere Tipps für Deinen veganen Urlaub in Tarifa

Wohnen

Melde Dich bei AirBnb an¹, suche Dir eine schöne Wohnung – am Besten mit Meerblick (zum Beispiel die von Nina und Oli) – und genieße es, nicht auf 16qm im Hotelzimmer zu hocken, sondern ein eigenes Reich und eine eigene Küche zu haben.

Machen

  • Mit Firmm auf Beobachtungsfahrt gehen und Wale und Delfine live, im natürlichen Lebensraum bewundern.
  • Spaziergänge am Strand entlang, den Wind um die Ohren pusten lassen, den Kitern zuschauen und im Chiringuito einen Kaffee trinken.
  • Die Altstadt von Tarifa erkunden. Besorge Dir dafür am Besten einen Kleinen Stadtplan. Und schau, dass Du beim Plaza Oviedo, beim Plaza El Angel, Mirador de Mirama, Plaza de Sta Maria vorbeikommst und schau viel um die Ecken in die vielen kleinen Gässchen.
  • Auf dem Weg zur Isla de las Palomas stehen und links das Mittelmeer und rechts den Atlantik bewundern.
  • Bolonia besuchen, am Strand picknicken und baden gehen.
  • Spanische Supermärkte anschauen.

Essen und Einkaufen

  • Supermärkte: Das Angebot in spanischen Supermärkten an Obst und Gemüse ist super, vegane Milch und Joghurt-Produkte sind gut verfügbar. Selbstkochen ist also eine gute Option für alle die gerne in der Küche stehen. Wir waren bei Supersol (Calle San José) und Mercadona (Calle Batalla del Salado) sehr zufrieden.
  • Chilimosa (Calle del Peso 6, https://www.facebook.com/Chilimosa-Comida-Vegetariana-154951817914855/): Supersüßes kleines Lädchen mit tollen Falafeln, Kebap und auch veganen Burgern (letzteres glaube ich nur zum Mitnehmen). Empfehlen wir sehr!
  • EcoCenter (Calle de San Sebastián 6, http://www.tarifaecocenter.com): Hier kann man Yoga machen, am Wochenende sind Parties, tagsüber ist Café und Restaurantbetrieb und es gibt einen kleinen Bioladen den wir aber nicht ausprobieren konnten.

¹ Wenn Du Dich über einen Link der mit einer ¹ markiert ist bei AirBnB anmeldest, erhälst Du ein Reiseguthaben bei AirBnB und weil AirBnB auch uns Reiseguthaben gutschreibt, unterstützt Du uns damit sogar ebenfalls. Dankeschön!

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