Und schon wieder ist es Dezember… Wenn Erwachsene mir früher gesagt haben, dass sie das Gefühl haben, jedes Jahr würde etwas schneller vergehen, konnte ich das nicht verstehen. Mittlerweile geht es mir ganz genauso: Jedes Jahr vergeht etwas schneller als sein Vorgänger. Vielleicht weil das Leben durch Arbeit so getaktet ist, vielleicht auch einfach nur weil man älter wird und die Zeit immer auch  in Relation zum eigenen Lebenssalter wahrnimmt… ich weiß es nicht!
Fest steht, dass die letzten Tage eines jeden Jahres ganz besondere sind, denn sie laden ein, zurückzuschauen auf das was war. Auf die Highlights, auf die Momente größter Freude und auch auf die Tiefpunkte.

Das Jahr der Reisen

Das Jahr 2014 stand für uns ganz sicher im Zeichen des Reisens. Klar, wir reisen immer schon gerne und wann immer es uns möglich ist packen wir unsere Sachen und fahren irgendwohin, aber ich hab das Gefühl dass das Jahr 2014 unser Reisen verändert hat. Vielleicht weil uns Island eine neue Welt eröffnet hat, oder auch weil wir auf unserer tollen Fahrradtour an die Nordsee  gemerkt haben, dass wir doch noch nicht zu alt zum Zelten sind. Jedenfalls hab ich das Gefühl, dass wir noch ganz viel reisen werden und ich befürchte dass wir gar nicht soviel Urlaub haben wie wir uns wünschen würden.

Das Jahr des Blogs

Neben dem Reisen war 2014 für uns auf jeden Fall das Jahr des Blogs. Wir haben viel Zeit, Liebe und Energie in unseren kleinen, feinen Blog gesteckt und ich würde sagen, das hat sich gelohnt, denn unser kleiner Blog ist mittlerweile schon ganz schön groß geworden.

Und wir haben tolle Sachen bekommen, über die zu bloggen uns richtig Spaß macht. Als erstes wäre da z.B unser inzwischen gar nicht mehr so neues Familienmitglied, der Vitamix, zu nennen. Mit ihm kam die richtig tollen, super cremigen grünen Smoothies in unser Leben, und das schnellste, tollste Himbeereis der Welt.
Oder unser schickes neues Waffeleisen, mit dem wir dieses Jahr die perfekte vegane Waffel kreiert haben.
Und wir sind dieses Jahr Presse geworden 🙂 d.h. wir dürfen jetzt zu Fachmessen, was richtig cool ist und sehr inspirierend sein kann. So haben wir im letzten Jahr z.B. die Biofach in Nürnberg besucht und viele spannende Gespräche geführt und leckere Sachen probiert. Und wir waren auf der Frankfurter Buchmesse (an einem der entspannten Fachbesuchertagen, nicht wir früher am überfüllten Besuchertag!) und haben von dort einen Stapel neuer veganer Kochbücher zum Rezensieren mitgebracht. Ihr habt es gemerkt, es waren soviele, dass wir immer noch nicht ganz damit durch sind 😉
Im November hat unser Blog seinen 2. Geburtstag gefeiert und für diesen Anlass haben wir das verrückte Experiment gewagt ein Abendessen mit uns und bei uns in unserer kleinen gemütlichen Wohnküche zu verlosen. Wir waren ganz schön aufgeregt und waren dann total froh, dass das Los ausgerechnet auf eine unserer ersten Leserinnen gefallen ist, die dann auch noch eine Freundin, die ebenfalls eine unserer ersten Leserinnen war, mitgebracht hat.  Es war ein total schöner Abend mit gar nicht so fremden Unbekannten und wir sind durchaus offen dieses nette Experiment zu wiederholen 😉
Zum guten Kochen gehört auch die professionelle Bearbeitung von Gemüse und so haben wir dieses Jahr einen Schneidkurs gemacht und arbeiten seither mit einem großen Küchenmesser. Das sieht noch nicht total profimäßig aus, aber immerhin schon ein bisschen 😉
Außerdem arbeiten wir daran bessere Fotos von unseren Kreationen zu machen und haben uns endlich auch eine Spiegelreflexkamera gekauft, die unsere guten alten IPhones als Fotos ablöst.
Und wir haben uns dieses Jahr zum Blogcamp angemeldet – weil wir bloggen lieben und im nächsten Jahr noch weiter wachsen wollen.
Ach und es gibt seit diesem Jahr einen „Leckeres in vegan“-Newsletter! Bist Du schon angemeldet?

Das Jahr der Linse – und anderer kulinarischer Highlights

Kulinarisch war es das Jahr der Linse. Hab ich mein bisheriges Leben alle Hülsenfrüchte regelrecht gehasst und mich ihnen verweigert haben sie dieses Jahr einen fulminanten Einzug in unser Leben gehalten. Angefangen von der ayurvedischen Linsensuppe, die unsere (angeblich gesundmachende) Hühnersuppe aus Omnizeiten nicht nur ersetzt sondern geschmacklich um Klassen überragt, bis hin zu Linsenbratlingen und ganz vielen verschiedenen Dals (z.B. Rosenkohl-Dal, Zucchini-Dal, Rote-Linsen-Dal und ganz ähnlich Timtimo mit Pfannkuchen).

Dals sind unheimlich vielseitig, man kann sie mit so ziemlich jedem Gemüse zubereiten – das ist ganz nach unserem Geschmack.
Außerdem war es das Jahr in dem ich unser Tiramisu – Christianes allerliebsten Lieblingsnachtisch – veganisiert und damit zurück in unser Leben geholt habe.
Es ist auch das Jahr von wunderbaren Broten, die sich zum verschönern jedes Buffets hervorragend eignen, zum Beispiel unserem Blumenbrot mit Petersilien-Pesto oder unserem Kürbisbrot.
Und auch bei den Kuchen haben wir dieses Jahr allerlei leckeres gezaubert, zum Beispiel die durch unseren Island-Urlaub inspirierten Carrot-Cake-Muffins oder unseren herrlichen ultimativen Apfel-Marzipan-Kuchen. Und was wäre die schreckliche Faschingszeit ohne dieses einzig tröstliche Narrenprodukt.
Hach und es gab noch so viele andere wundervolle Rezepte in diesem Jahr: Zum Beispiel die frühlingshafte Reihe mit Spargel, grüne Soße und Sauce Hollandaise oder die frisch veganisierten Datteln im veganen Speckmantel.
Es war natürlich auch ein Jahr der süßen Weihnachtsverführungen, aber von denen haben wir jetzt alle erstmal genug!
Insgesamt haben wir in diesem Jahr 79 Artikel veröffentlicht, der Blog wurde zehnmal so oft aufgerufen wie im Vorjahr und wir haben mehr als 3000 Facebook-Likes dazubekommen. Wir sind so dankbar für all das und sagen deshalb an unsere wundervollen Leser an dieser Stelle einmal von Herzen: Ihr seid super – vielen, vielen Dank für Eure Unterstützung und eure inspirierenden Feedbacks!

Sabines ganz persönliches Jahr

2014 steht ganz sicher auch im Zeichen des Fahrrads. Ich hab mir im März einen wunderschönen Stadtflitzer gekauft und bin damit seitdem täglich zur Arbeit geradelt. Bis zu den Herbstferien waren das immerhin 17 km täglich.

Mich hat das Radeln dieses Jahr so gehooked dass ich mich sogar entschieden habe, mich von meinem schönen, alten Auto zu trennen und vollkommen aufs Rad umzusteigen.
Was hat sich noch verändert in 2014? Es ist eine Kleinigkeit, aber nach einem Treffen mit einer sehr guten, alten  Freundin und ihrem senegalesischen Partner ist uns aufgefallen, dass unser Fremdsprachengestammel mehr als peinlich ist und wir unbedingt ein Sprachupdate – vor allem in Englisch – brauchen und so schauen wir unsere Lieblingsserie (Star Trek) seit einigen Monaten auf Englisch und lesen wieder mehr Bücher in Originalsprache.

Und noch etwas ist dieses Jahr passiert: Wir haben die digitalen Nomaden und den Traum vom ortsunabhängigen Arbeiten für uns entdeckt. Besonders inspirierend war Conni von Planet Backpack dabei für uns.

Und Ben von der Anti-Uni mit seinem Selbstbildungsprogramm hat mich ebenfalls schwer beeindruckt und ich hab mir vorgenommen es ihm gleichzutun und im nächsten Jahr ebenfalls eine „1 Buch pro Woche“-Challenge anzutreten.
Hätte ich dieses Jahr schon gründlicher dokumentiert  was ich alles gelesen habe (oder wenigstens überhaupt dokumentiert) könnte ich an dieser Stelle von meinen Top Büchern des Jahres berichten – hab ich aber nicht und so wird der Rückblick wenigstens nicht noch länger 😉
Vielleicht ist 2014 auch das Jahr in dem ich meine Schreibblockade, die ich – solange ich Germanistik studiert habe – als furchteinflößenden Begleiter mit mir herumgetragen habe und der ich jeden Satz qualvoll in den letzten Stunden vor den Abgabeterminen abringen musste, endlich überwunden habe und wieder entspannt und unverkrampft schreiben kann. Komisch eigentlich, war es doch gerade meine Lust am schreiben, die mich mein Studienfach wählen lies… isn’t it ironic?

Christianes ganz persönliches Jahr

Was ist zu Sabines wunderbaren Worten noch hinzuzufügen? Für mich war dieses Jahr neben allem auch das Jahr der Grenzen. Im ersten Teil des Jahres bin ich so sehr an meine persönliche Belastungsgrenze gegangen, dass ich irgendwann einfach nicht mehr konnte. Im Nachhinein würde ich sagen, ich bin dem Burn Out gerade noch mal von der Schippe gesprungen. Gesprungen ist übrigens eine lustige Überleitung, denn auf dem Peak dieser miesen-Laune-keine-Energie-Zeit habe ich mir bei einem kleinen Sprung eine Knieverletzung zugezogen, die mich ratz-fatz von 100 auf 0 gezwungen hat und nicht nur sehr nervenaufreibend war, sondern auch viele Einsichten gebracht hat (zum Beispiel, dass man mit Krücken erfreulich oft geholfen bekommt, dass das Gesundheitssystem ist an vielen Stellen… verwirrend ist und das Knie eine fantastische Konstruktion). Da lag ich also auf dem Sessel, konnte kaum humpeln und musste langsamer machen… aber Rettung nahte ohnehin schon, in Form einer vierwöchigen Auszeit die ich mir für den August genommen hatte. Ich bin froh, eine klare Grenze gesetzt zu haben und nun, seit Herbst, auch echte Entlastung zu spüren. Ich bin sehr gespannt, wohin die Entwicklung in diesem Bereich mich noch tragen wird.

Unsere Tour mit Fahrrädern und Zelt an die Nordsee hat mich meine ganz persönliche Komfortzone überschreiten lassen – und war so schön und lehrreich wie kaum etwas anderes in diesem Jahr. Es ist so erstaunlich und wunderbar, wie wenig man braucht um glücklich zu sein.
Und als mein Knie dann wieder mitgemacht hat, hatte ich eine mehrwöchige Auseinandersetzung mit meinem schlimmsten Gegner: Meiner Angst, die sich oft als Panik verkleidet in meinem Bauch eingenistet hat, sobald ich wieder Bouldern wollte. Erst langsam habe ich erkannt, dass sie ein kleines Monster ist, dass eigentlich ganz nett ist – wenn man es zähmt und manchmal auch ernst nimmt. Seit dem späten Herbst – endlich – kann ich wieder Panik-frei Bouldern.
Ach, so vieles ist in diesem Jahr noch passiert, so viele Hochs und Tiefs und wir gehen mit so vielen Plänen und Träumen in das neue Jahr. 2015 wird super – lasst es uns rocken!